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Vorsicht: Kritische Gedanken.

Aktualisiert: 27. Feb.

Meine Tochter hat nun ihr allererstes Schulsemester geschafft. Gleich am ersten Tag nach den Semesterferien schaut sie mich in der Früh an und fragt: „Warum muss ich so früh aufstehen und in die Schule? Warum kann ich nicht ausschlafen? Warum muss ich in der Woche 5 Tage zur Schule gehen und hab nur 2 frei? Es sollte umgekehrt sein. Wer hat gesagt, dass es so sein soll? Wer bestimmt überhaupt, dass heute Montag ist?“



Als Mama könnte ich ihr nun bekannte Sätze anbieten wie: „Das ist bei uns so. Sonst lernst du nix und hast später mal einen schlecht bezahlten Job. Außerdem haben wir das immer schon so gemacht. Es nützt nichts diese Frage zu stellen.“ Abgesehen davon, dass ich das selbst nicht glaube, mache ich folgendes: ich fühle mit ihr und zeige Verständnis für ihre Fragen, die ich mir übrigens auch stelle. Wer hat das alles erfunden und warum fühlt sich nicht immer alles richtig an?


Ihre Gedanken sind klug, berechtigt und vor allem systemkritisch.


Ich liebe es, dass sie nicht einfach hinnimmt, was „halt so ist“. Denn genau dort beginnt Bewusstsein. Und vielleicht auch Veränderung.



noch mehr kritische Gedanken

  • Ist es wirklich unserer Natur entsprechend, jahrelang in Räumen zu sitzen und uns die Welt erklären zu lassen, während sie draußen stattfindet?

  • Ist es für unsere körperliche, mentale und geistige Entwicklung klug stundenlang zu sitzen und auf Monitore oder Handys zu schauen?

  • Ist es ok, dass uns und von allen Seiten suggeriert wird, was wir konsumieren sollten, um glücklich, schön oder gesund zu sein?


Das lässt mich nachdenken.



Ich bin definitiv kein Mainstream Mensch.

Ich mache immer mehr Dinge anders als der Großteil meines Umfelds. Einfach, weil ich für mich die Normalität regelmäßig hinterfrage und mit meinen eigenen Werten abgleiche. Ein „das ist halt so“ ist für mich Anlass, nochmal genauer hinzusehen, ob es nicht doch anders stimmiger für mich wäre. Da habe ich bereits einiges anders gemacht wie:


  • Kein TV seit 20 Jahren.

  • Alternatives Schulsystem für meine Kinder gewählt.

  • Ich kaufe und konsumiere keine tierischen Produkte mehr.

  • Ich prüfe, ob das, was ich kaufen möchte, tierversuchsfrei/palmölfrei/ethisch vertretbar ist.

  • Ich kaufe immer weniger bis kaum mehr Plastikzeugs oder elektronische Spielsachen.

  • Übe mich im Minimalismus und frage mich bei jedem Teil: brauche ich es wirklich? Und wenn ja: warum?

 

Was die Fragen meiner Tochter betrifft: da in Österreich Schulpflicht besteht, bleibt uns realistisch keine andere Wahl und fürs Homeschooling bin ich schlicht nicht geeignet. Eine alternative Schule war im Rahmen der Möglichkeiten die stimmigste Wahl. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, würde ich unser Bildungssystem neu denken. Mit Empathiestunden, wie sie beispielsweise in Dänemark fixer Bestandteil sind.


Ich empfinde es als wichtig sich und die Welt zu reflektieren und vor allem unsere Gefühle bewusst wahrzunehmen und mehr Raum für zwischenmenschliche Kompetenz zu haben. Denn wer lernt, sich selbst und andere zu verstehen, trifft stimmigere Entscheidungen. Und stimmigere Entscheidungen trifft man am besten, wenn man nicht von der lauten Welt abgelenkt ist und auch mal kritisch denkt.



Warum schreibe ich das hier?


Weil ich mir in vielen Lebensbereichen Veränderung wünsche. Und manchmal helfen auch mal unkonventionelle Fragen, um Bestehendes bewusst zu machen. Nicht alles kann ich ändern. Aber ich kann entscheiden, wie bewusst ich darin stehe.



Was hat das nun mit Gesichtlesen zu tun?


Mehr als man denkt. Unsere Haltung zum Leben, unsere Werte, unser Fühlen, unser Handeln. All das spiegelt sich auch in unseren Gesichtszügen wider. In meiner Stirn, meinen Jochbeinen, meinen Ohren zeigt sich meine ethische Ausrichtung, mein Hinterfragen, meine Oppositionsenergie, aber auch meine Empathie.


Zu guter Letzt wünsche ich dir einen schönen Tag mit etwas mehr Stille, als üblich.


Alles Liebe,

Marina

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